Auf gehts!
Um 07:00 Uhr gibt es Pfannekuchen zum Fruehstueck und um 07:30 muessen wir auschecken und uns zum "Apell" am Auto melden! Nix da Luxus-langeweile-Bustour! Hier wird gecampt und selber gekocht! Inklusive Leitwagen sind es 4 Fahrzeuge mit jeweils 8 Insassen. Jede Gruppe bekommt ihre Essensrationen und eine Art "Kochplan". 2 Koerbe mit Lebensmitteln, wie Gemuese, Brot und Keksen, was nicht gekuehlt werden muss und eine Grosse Eiskiste, in welcher sich Fleisch, Milch und Kaese befanden! Des Weiteren hat jede Gruppe eine Grosse Eisbox voll mit Eis und ... Alkohol... ehrm, ja, dazu spaeter Mehr ;) (Alkoholisches mussten wir natuerlich selber zahlen!)
Ein kurzer Autocheck, den 20l Wassertank auffuellen, Gepaeck fuer zwei Naechte einpacken und auf gehts! 4 Spritfressende Toyota Landcruiser, vollgepackt mit Menschen und Nahrung machen sich auf den Weg richtung Strandhighway und Staubpisten. Mir faellt die erste Schicht zu! Kurze vor der Faehere wartet die erste Herausforderung. Waehrend unseres Aufenthaltes auf Fraser gibt es die hoechste Flut des Jahres. Das Heisst im Klartext: die Faehre kann nicht so anlegen, dass wir Trockenen "Fusses" an Bord fahren koennen! Der Strand ist gut 30cm-50cm unter Wasser! Ui, das macht Spass! Noch viel besser ist es dann auf Fraser Island selber mit 80 ueber die Sandpisten zu heitzen! Dieses Gefuehl... Fast wie auf Eis Fahren, dann bekommen die Reifen wieder Grip, nur um spaeter wieder um die Kurve zu driften! Und dann am Strand: Rechter Hand das Meer, links die Duenen, Waelder und Palmenheine. Die Sonne Brennt und vor einem erstreckt sich ein scheinbar endloser Strand! Wir wechseln uns alle mit dem Fahren ab und unsere Kolonne wagt sich immer weiter ins Landesinnere. In einem kleinen dorf mit namen "Eurong" machen wir Pause um unser Lunch zu essen. Im Anschluss gehts richtig los. Tiefer Sand, Staub und roehrende Motoren. Im niedrigen Gang, mit hoher Drehzahl und lauter Musik, kaempfen wir uns nach Lake Mckenzie durch! Unbezahlbare erFAHRungen (ha-ha). Und der See selber... Ein Traum! Pures Regenwasser, welches sich ueber die Erdzeitalter angesammelt hat und fast Trinkbare Qualitaet behalten hat. Nie zuvor habe ich in klarerem Wasser Gebadet und geschwommen. Die perfekte Abkuehlung nach unserer hitzigen und rumpeligen Reise! Der See hat keinen Wasserzufluss oder Abfluss, das heisst er ist ein extrem empfindliches natuerliches Habitat, welches durch zu viel Sonnenmilch, Seife und jede andere Art von Abfaellen schnell zerstoert werden kann! Alles was in den See gelangt bleibt im See und kann nur durch Regenwasser verduennt werden... Vorsicht, Respeckt und Ruecksicht ist gefordert, zumal dieser Ort auch eine wichtige spirituelle Bedeutung fuer die australische Urbevoelkerung darstellt!
Kurz vor Sonnenuntergang und nach weiterer Fahrt kommen wir im Camp "K'Gari" an! "Kulturzentrum" Oder besser Backpackerpartycamp! Bevor wir zum Partyteil uebergehen, gibt es noch eine Einweisung in Bezug auf Dingos (in 3 Tagen und 2 Naechten habe ich nur einen im vorbeifahren gesehen), welche ja soooo gefaehrlich sind! Naja, der Dingozaun des Camps ist jedenfalls kaputt und deshalb ist besondere Vorsicht gefragt. Nichts in die Zelte mitnehmen, ausser Schlafsack und "Isomatte"! Andernfalls kann es passieren, dass ein neugieriger Dingo vorbeischaut um zu schauen, was denn so interessant riecht und das Zelt zerfetzt! So wird es uns zumindest gesagt! Dann fuehrt uns Kev (unser Guide) noch einmal durchs Camp und entlaesst uns zum Kochen und Sauf... ehm, Party machen! Das scheint echt der Hauptgrund fuer die meisten hier anwesenden Backpackern zu sein! Und dann auch noch zu schlechter Musik! Naja es gibt ja noch ein Lagerfeuer und eigendlich war der Abend garnicht so schlimm! Gutes Bier, etwas zu Essen, Trinkspiele und lustige Leute machen die Musik sogar aushaltbar und im endeffekt fuehl ich mich wie auf einem Festival im Paradies, mit merkwuerdiger Musik. Genaechtigt wird, wie schon gesagt zu dritt im Zelt auf ziemlich hartem Boden und durch das Moskitonetz laesst sich der ungetruebte Sternenhimmel beobachten, waherend die Geraeusche des Australischen Buschs einen Weg in schoene Traeume bahnen...
Der zweite Tag auf Fraser ist zeitlich sehr vollgepackt, aber nicht minder gut! Gegen 9 Uhr verlassen wir das Camp und fir wahren durch wahre Fluten... arme Autos! Das Salzwasser ist echt boese! Naja, wenn eine Welle den Weg ueberspuelt: erster Gang und schoen langsam! ("First gear and steady steady!!!") Das Gleiche gilt fuer sogenannte "Washouts", von kleinen Baechen ausgewaschene Rinnen im Sand. Teilweise sind diese sehr schwer zu erkennen und ziemlich Tief! Es ist einfach so genial in dieser Umgebung mit Allradfahrzeugen unterwegs zu sein! So fahren wir nacheinander, wahrend die Flut wieder zurueck geht, Eli Creek, Das Wrack der Maheno, Indian Head und die Champagne Pools ab. Allesamt Traumziele! Eli Creek ist ein sehr kalter Bach mit Trinkwasserqualitaet, in welchem man sich mehrere hundert Meter ins Meer treiben lassen kann, das Wrack der Maheno lest ihr am besten auf Wikipedia nach (1905 in Deutschland gebaut und irgendwann von Japanern zum verrosten zurueck gelassen), Indian Head ist ein Atemberaubender Aussichtspunkt, wo ich mich dazu verleiten lassen habe barfuss ueber dunklen Sand und Felsen hochzulaufen (aua!) und die Champagne Pools... einfach genial! Hier haben sich auf natuerliche Art und Weise Becken aus Felsen Gebildet, ueber deren Raender die Wellen schlagen und alles dahinter in weissen sprudelnden Schaum und perlendes Wasser zu huellen. Allerdings ist hier auch ein wenig Vorsicht gefragt, denn besagte Felsen sind mit scharfen Kanten und Muscheln uebersaeht!
Am Abend das gleiche Spiel wie gestern! Gute Laune und alles was dazu gehoert! Allerdings bin ich super muede und gehe wesentlich frueher schlafen als gestern.
Der dritte Tag war super, was ein Wunder! Unser einziges Ziel ist Lake Wabby! Ein weiterer Regenwassersee. Der Tiefste auf der Insel! Weltweit gibt es nur knapp ueber 40 dieser Seeen und ueber 30 davon befinden sich hier auf Fraser Island. Wenn man sich hier im Wasser ruhig verhaelt beginnen kleine fische an den Fuessen und Beinen zu Knabbern und "Catfish" nuckeln an den Zehen! Nun gut, soviel Dazu! es war einfach ein toller Trip!
Zurueck in Rainbowbeach, gibts noch ein bisschen Bier aufs Haus und eine erholsame Nacht! Morgen geht es weiter nach "Town of 1770" zum Surfen! YARRR!